Atem

Songfic
Titel: Atem
Band: Farin Urlaub

Wer hat in meinen Kopf geschaut und dich aus meinem Traum gebaut?
Deine Haut ist kühl und weich. Deine Augen, Sternen gleich.

Ich kann mich noch daran erinnern als ich dich zum ersten Mal gesehen habe. Wir waren, wenn man es so sagen möchte, gerade aus den Windeln gewachsen und hatten große Träume. Eigentlich konnten wir nicht viel und wir waren grundverschieden. Du warst immer der Ruhige, ich war oft und gerne laut. Du bist gerne mal zu Hause geblieben, ich war ständig feiern. Du hast nie Alkohol angerührt, ich war ständig betrunken und habe mich oft irgendwo von dir holen lassen müssen. Du mochtest kein Fleisch, ich habe es in Massen gegessen. Das Einzige was wir gemein hatten war die Tatsache, dass wir uns auf Anhieb mochten. Trotz der Unterschiede hatten wir viel Spaß und haben gelacht. Wir lagen auf einer Wellenlänge und verstanden uns blind. Ich musste dir selten etwas erzählen, denn du hast es mir angesehen.
Ich fand dich nicht nur sympathisch, nein. Ich musste mir schon bald eingestehen, dass du das Schönste warst was ich bisher je gesehen hatte. Das Komische daran war nur, dass du ein Mann warst - genau wie ich. Ich hatte meinen Ruf und, du warst nicht der erste Mann, den ich geküsst hatte. Aber du warst der Erste bei dem es mir etwas bedeutete. Du warst der erste Mensch der mir mehr bedeutete als mein Leben. Ich war verwirrt, ich hielt mich für verrückt. Aber wie es eben so bei uns war konnte ich es nicht lange vor die geheim halten. In einer langen Diskussion, in einer viel zu kurzen Nacht, wurde uns klar, dass wir uns liebten. Nicht ich dich, sondern du auch mich. Und ich war nie glücklicher.

 

Und sie schauen mich spöttisch an, weil ich nicht Süßholz raspeln kann.

Du musstest oft über mich lachen. Immer habe ich gestammelt und gestottert, wenn ich dir sagen wollte, was du mir bedeutest und habe es dann doch nie geschafft. Wie oft lag ich stattdessen in deinen Armen und habe dich von unten angesehen. Mich in deinen Augen, die alles außer mir in diesen Momenten wahrgenommen haben, verloren. Ich konnte dir in diesen Augenblicken in die Seele sehen. Sie war warm und herzlich. Du warst der liebste Mensch den es gab.
Deine Lippen waren weich. Ich habe es geliebt dir mit meinen Küssen zu zeigen wie sehr ich dich verehrt habe. Du hast es gespürt und mir danach jedes Mal gesagt, dass du mich liebst. Und weil du so ein herzensguter Mensch warst hast du nie auf eine Antwort von mir gehofft. Du hast es einfach gewusst. Ich habe vieles getan, um dir zu zeigen, dass ich dich liebe. Kitschige Dinge und romantische Sachen. Aber ich habe dir nie gesagt, wie sehr du mich in deinen Bann gezogen hast. Doch du warst nie sauer darüber. Manchmal hast du mich angesehen, mich mit einem Lachen und einem frechen Spruch dafür gestraft. Ich nahm es dir nicht übel.

 

Manchmal möchte ich dich verführen. Dich nur mit meinem Blick berühren, weil du so zart bist.

Unsere Liebe war einzigartig, da bin ich mir sicher. Du hast dich nie geschämt dazu zu stehen und es hast es öffentlich gezeigt. Deine Berührungen haben mich oft erstarren lassen und mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Nicht, weil ich es nicht mochte. Im Gegenteil; ich war dir ausgeliefert wenn du auch nur meine Hand genommen hast. Doch du warst so schön, fast schon zu schön. Deine Haut war so sanft und du hast den Eindruck gemacht als würdest du geradezu auseinanderfallen, wenn man dich anfasst. Ich weiß, dass dem nicht so war und doch... Ich habe dich nur selten berührt und nur sehr vorsichtig. Mal strich ich dir ganz vorsichtig über die Wange oder aber berührte nur flüchtig deinen Arm. Jedes Mal zuckte ich zurück, weil ich dachte, dass ich dich verletzen kann. Vielleicht hättest du es in dem Moment aber auch einfach nur nicht gewollt und wärst verschwunden. Ich habe dich nur angeschaut und dich geliebt.

 

Und was ich am Liebsten spür', bevor ich mich im Traum verlier', ist wie du atmest.

Es gab für mich nichts Schöneres als neben dir zu liegen und dich anzuschauen. Deine Augen geschlossen, dein Kopf auf dem weichen Kissen. Du hast so ruhig geschlafen und dich selten bewegt. Meistens hast du sogar gelächelt. Oft habe ich mich gefragt von was du wohl gerade träumen magst oder was dir durch den Kopf geht. Ich habe so sehr gehofft, dass ich der Grund für dein Lächeln war. Ich wollte dann nie einschlafen. Es gab Nächte in denen ich stundenlang wach lag nur um dich anzuschauen. Doch wenn auch mir die Augen zu fielen und ich in einen leichten Dämmerschlaf fiel sah ich dich vor mir. Ich lag so nah an dir, dass ich deine Wärme spürte. Es gab nichts Besseres wenn ich deinen Atem an meiner Haut spürte, bevor ich völlig in der Dunkelheit des Schlafes verschwand.

 

Ohne dich bin ich nicht viel! Wie ein Besen ohne Stiel. Wie ein Fenster ohne Glas. Wie Mallorca ohne Bars. Wie ein Vogel ohne Nest.
...und darum halte ich dich fest.

Ich wusste, dass ich nie ohne dich würde leben können. Seit wir uns getroffen hatten warst du alles für mich. Egal wo ich hin ging, meine Gedanken waren bei dir. Egal ich machte, ich dachte an dich. Egal mit wem ich mich unterhielt, immer fiel dein Name. Mein Herz schlug nur für dich und mein Leben war auf ich ausgerichtet. Ich wollte es nie anders. Die Angst dich zu verlieren war eine Qual. Ich habe alles getan um dich glücklich zu machen. Ich ließ dich nie los.

 

Ich fühle mich von dir beschützt. Du bist so schön, wie du hier sitzt.

Ich war so klein ohne dich. Wenn du auch nur ein paar Minuten weggegangen bist habe ich mich leer gefühlt. Ich konnte dich nicht sehen oder hören. Es war fürchterlich. Ich war so alleine und sofort spürte ich, dass meine bessere Hälfte fehlt. Ich hatte Angst, dass du nicht wieder kommen würdest. Doch das ist nie passiert. Du warst immer da. Du hast mich nur angelächelt und ich wusste, dass alles gut werden würde. Selten musstest du etwas sagen. Es war beruhigend dich zu sehen. Es war beruhigend zu wissen, dass du in meiner Nähe bist. Mit dir an meiner Seite war ich sicher, dass nie etwas Schlimmes passiert.

 

Du musst nicht deine Liebe schwör'n. Ich würd' nur gerne hör'n - wie du atmest.

Du hast mir so oft gesagt, dass du mich liebst. Wie sehr du mich liebst und was ich dir bedeute. Ich nahm es hin und war mir sicher, dass du die Wahrheit sagst. Doch du wusstest auch, dass mir Worte nie viel bedeutet haben. Natürlich schenkte ich dir Glauben und ich war froh, dass du mir immer wieder sagen wolltest, was du empfindest. Doch es gab für mich nichts schöneres als es auf eine Weise zu hören von der du nicht einmal geahnt hast, dass es sie gibt. Es waren Momente in denen ich für mich alleine zu hören bekam, dass ich dir wichtig bin. Momente in denen niemand außer uns beiden da war. Du hast dabei nicht mal deine Stimme gebraucht. Dein Atem in der Nacht sagte mehr als tausend Worte.

 

Ich stell' mir nie vor wie es wäre, gäb's dich irgendwann nicht mehr, weil das zu hart ist.

Ich hatte schon immer Angst. Angst, dass du gehen wirst und mich alleine zurück lässt. Ich hätte nicht gewusst was ich dann machen sollte. Ohne dich war ich ein Nichts. Verloren und alleine. Wie ein Kind, dass zurück gelassen wird. Du hast auf mich aufgepasst und ich fühlte mich geliebt. Freunde sind gegangen. Die Familie wandte sich ab. Doch du bist immer da geblieben. Ich wollte es mir nie vorstellen, aber einmal habe ich es getan. Mir wurde schlecht. Ich habe dir nie gesagt was los war.
Du hast bis heute nicht verstanden was damals passierte als ich plötzlich in Tränen ausbrach.

 

Doch sollte ich dich einst verlieren, werd' ich in meinen Träumen spüren, wie du atmest!

Heute sitze ich hier und schreibe dir diese Zeilen. Sie sind dir gewidmet. Meine Gefühle, meine Gedanken. Du bist mein ein und alles. Ich sehe dich lächeln und ich weiß, dass sie dir gefallen. Ich spüre deine kalte und doch so weiche Haut an meinem Hals. Ich verliere mich bald in deinen Augen, das fühle ich. Und während ich im Bett liege und auf deine Seite schaue fallen mir die Augen zu. Es ist wie jeden Abend. Es geht viel zu schnell. Ich schlafe direkt ein während meine Hand zu dir gleiten will. Sie fasst ins Leere.
Ich spüre deinen Atem nur noch im Traum und ich weiß, dass mein Lächeln nur noch zu sehen ist, wenn ich schlafe.

 


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