Die Tage danach

Die Tage danach war der erste Versuch eine Story aufzuziehen die eigentlich gar kein Ende hat. Ich gebe zu, dass ich mich teilweise sehr schwer getan habe und mich daher meiner geliebten Sprung-Technik, die wahrscheinlich auch nur ich so nenne, bedient habe.

Neuanfang

Und mit einem Mal kam ihm alles so banal vor. Er fühlte sich verlassen, einsam und alleine auf dieser Welt. Trotzdem...
Tiefe Trauer war Ungläubigkeit gewichen. Er starrte auf das offene Meer hinaus. Vor ihm lag nichts als Wasser. Es erfüllte ihn mit Wehmut. Am Liebsten wäre er von der Klippe gesprungen. Eine leichte Brise wehte zu ihm hinauf. Spitze Steine überzogen den Abhang. Steil ging es mehr als hundert Meter nach unten. Von hier oben sah das Wasser weich und einladend aus.
Er spürte ihn kommen. Tief in seinem Innern hatte er sich über eine lange, viel zu lange Zeit aufgebaut. Schon seit er hier saß hatte er ihn gefühlt; und er saß schon sehr lange hier. Ein lauter Schrei entwich seiner Kehle. Niemand hörte ihn. Er war wirklich alleine. Ganz alleine. Ruckartig sprang er auf. Noch immer schrie er. Er riss den Arm nach oben und öffnete die Hand. Der kleine Papierfetzen flog von seiner Handfläche über die Klippe. Das grelle Rot leuchtete in der Sonne. Mit einem Mal war die Kraft des Windes weg. Das Papierstück zuckte wild umher und er verlor es aus den Augen. Er konnte nicht sehen ob er in den Wellen verschwunden war oder noch immer von Windböen durch die Luft getragen wurde. Er sank zurück auf die Knie und fiel vornüber. Mit den Händen fing er sich ab. Seine Nägel krallten sich in den sandigen Boden. Feuchte Erde setzte sich unter seine Fingernägel. Wimmernd saß er auf allen Vieren.
Er wusste, dass er weg war. Das er endlich gegangen war. Er spürte die Befreiung. Lachend und schluchzend zugleich starrte auf den Boden. Eine Träne, die ihm von der Wange tropfte, hinterließ einen dunklen Fleck im braunen Sand.

Zerrissen

Es war das Grauen. Und es lachte ihm ins Gesicht.
Ein roter, runder Fleck bildete sich auf Hemd. Knapp oberhalb seiner Hüfte. Der Fleck wurde langsam größer und zog sich dabei immer mehr in die Länge. Blutige Linien liefen über seine Hose. Kleine Tropfen fielen auf die Straße.
"Bleib' hier, verdammt! Bleib' bei mir", wimmerte Dirk.
Seine linke Hand drückte auf die blutige Stelle. Er versuchte den stetigen Blutfluss zu stoppen. Er fühlte das nasse Hemd unter seinen Fingern, dass sich immer mehr an seine Hand klebte. Kleine Blutfäden quollen zwischen seinen Fingern hervor und liefen ihm über die Handfläche. Er kniete hinter seinem Freund, so dass sein Kopf auf seinen Beinen lag. Seine rechte Hand hatte er seinem geliebten Freund auf die Stirn gelegt. Er strich ihm immer wieder über die kühle Haut, die schweißnass war. Ein fast unsichtbarer Rinnsal Blut lief an seinem Mundwinkel hinab. Er spürte wie sich der Körper in seinen Armen verkrampfte. Das Gesicht blieb regungslos. Die Augenlider fingen an zu flattern. Dirk sah nur noch das Weiß der Augen. Sein Magen zog sich zusammen. Er spürte einen leichten Windzug an seinem Gesicht vorüber ziehen. Ein kalter Schauer lief ihm den Rücken herunter.
"Bleib' bei mir!", brüllte Dirk verzweifelt.
Er spürte die Augen der Menschen um ihn herum auf sich ruhen. Irgendjemand schluchzte leise. Gedämpft, wie durch Watte, hörte er aufgeregte Stimmen. Irgendwer brüllte in sein Telefon, dass sich der Krankenwagen beeilen sollte. Auf der Straße hupte ein Auto. Doch was ihn am Meisten störte waren die Vögel. Sie zwitscherten noch immer so sorglos. Als wäre nichts geschehen. Als wäre alles in Ordnung.
"Scheiß Schwuchteln", irgendwer fing an zu lachen.

Flucht

"Lass' mich", Dirk versuchte die Hand abzuschütteln, "Lass' mich los!"
"Nein, du sollst hier bleiben."
"Verschwinde!", schrie er und versuchte sich ein weiteres Mal los zu reißen.
Kalter Regen prasselte in sein Gesicht. Die graue Jeansjacke war durchnässt. Unter seinem dünnen T-Shirt fühlte er wie sich die Gänsehaut über seinen ganzen Körper ausbreitete. Die drückende Hitze, die durch den plötzlichen Schauer entstand, machte ihm das denken schwer. Die große Hand hatte seinen Arm fest im Griff. Schmerzhaft bohrten sich die Finger durch den Stoff in sein Fleisch. Er bemerkte nicht, dass sich Tränen über seine Wangen stahlen und sich mit dem Regen auf seinem Gesicht vermischten. Nur sein Gegenüber sah es.
Totale Resignation stand in seinem Gesicht. Verzweiflung sprach aus seiner Stimme. Sein Verhalten zeigte den Menschen wie hilflos er sich fühlte. Er keuchte.
"Ich kann das nicht. Ich will nicht."
"Er braucht dich. Du musst."
"Er ist tot. Er braucht mich nicht mehr!"
"Du musst Abschied nehmen."
"Nein", fest traf seine Faust das Gesicht.
Dirk zog die Hand erschrocken zurück und starrte seine Finger an. Der Griff um seinen Arm löste sich. Die Welt drehte sich langsamer. Er sah wie sein Gegenüber überraschte die Augen auf riss. Er sah den Schmerz, der sich zeitgleich in seinem Gesicht ausbreitete. Wie in Zeitlupe taumelte der Mann ein paar Schritte zurück bevor er rückwärts auf das durchnässte Gras fiel. Mit einer Hand versuchte er den Aufprall abzufangen und blieb sprachlos sitzen. Das schwarze Jackett bekam dunkle Flecken. Sie waren nur kurz zu sehen, dann verschwanden sie im Regen, der sich auf das Jackett ergoss. Blut rann dem Mann aus der Nase.
"Es tut mir...", begann Dirk.
"Lass gut sein. Du musst hingehen."
"Nein", antwortete Dirk.
Er drehte sich um und rannte stolpernd durch das glitschige Grad. Ließ den Friedhof hinter sich zurück.

Stille

Stille - Sie erdrückte ihn.
Sie war überall. Im ganzen Haus. Sie kam aus dem Schlafzimmer. Die Küche schwieg. Nicht mal aus dem Badezimmer drang ein Geräusch. Kein Gluckern aus dem Abfluss. Kein Rauschen des Spülkastens. Kein Wassertropfen, der unsichtbar aus dem Duschkopf fiel und in der Wanne landete. Alle Geräusche waren mit ihm verschwunden.
Er saß inmitten des Wohnzimmers. Seine Arme hingen schlaff an ihm runter. Die Beine hatte er angezogen und gekreuzt. An seinen Fingerspitzen spürte er den weichen Stoff des Teppichs auf dem er saß. Er hatte den Boden ausgesucht.
"Nette Farbe, aber am Besten ist, dass man hier nicht jeden Fussel sieht."
Seine Stimme spukte in seinem Kopf herum. Er war ein Geist geworden. Eine Erinnerung. Er tat ihm weh. Wäre er nur ganz gegangen. Hätte ihn für immer verlassen und sich nicht in seinem Kopf eingenistet. Dirk fuhr sich durch die Haare.
Wieder Stille. Doch sie wurde durchbrochen. Er fing an das schmerzhafte Pochen in seinen Schläfen zu hören. Seit Stunden hämmerte es. Es machte ihn wahnsinnig. Am Liebsten wäre er eingeschlafen, nur um diesen Schmerz ein Schnippchen zu schlagen. Er hatte es probiert.
Er war durch das Haus gelaufen. Sein Blick immer auf seine Füße gerichtet. Sie hatten so lange gemein hier gewohnt, dass er nicht mehr schauen musste wohin er lief. Die Einrichtung war seit ihrem Einzug die Selbe geblieben. Er wusste wo welcher Schrank stand. Er kannte die Ecken und Kanten und die Stolperstellen im ganzen Haus. Er hatte die Tür geöffnet. Verlassen lag das große Zimmer vor ihm. Es war das Größte im gesamten Haus. Weiße Wände. Die Linke war mit einer Tür versehen. Eine kleine, weiße Tür mit blauen Schneeflocken drauf. Er fand es damals ekelhaft kitschig, aber Jan hatte sie gefallen. Er war völlig vernarrt in die Form der Schneeflocken und hatte vehement auf die Tür bestanden. Sie führte in ein kleines Badezimmer mit Toilette, Waschbecken und einem unglaublich hässlichen, grünen Badezimmerschränkchen. Auch das war Jans Errungenschaft. Er hatte teilweise einen absurden Geschmack. Beinahe die komplette rechte Wand wurde von einem großen Fenster eingenommen. Das Rollo war herunter gelassen. Licht fiel nur durch die geöffneten Schlitze. Es warf gelbe Streifen auf das Bettlaken. Der Platz neben der Badezimmertür wurde von einem alten, schweren Holzschrank eingenommen. Dunkles Holz. Helle Türknäufe. Sie setzten die Akzente und ließen den Schrank etwas leichter wirken. Als ihm bewusst wurde, dass noch immer seine Kleider darin hingen wandte er seinen Blick ab.
Seine Hand hatte das weiche Holz des Schreibtisches berührt. Nicht absichtlich. Er hatte nicht bemerkt, dass er ins Schwanken geraten war. Seine Hand zuckte zurück. Er sah ihn auf dem Stuhl sitzen. Vor ihm ein aufgeklapptes Buch; noch immer lagen Bücher sauber gestapelt auf dem Tisch. Wie oft war er in seine Bücher versunken. In Erzählungen aus vergangenen Zeiten. Geschichten über fremde Länder, die er bereisen wollte. In einfache Schundromane. Er lächelte schwach als er ihn mit seiner Lesebrille dort sitzen sah, die er manchmal aufgesetzt hatte, wenn er sich unbeobachtet gefühlt hatte. tatsächlich war er eitel gewesen. Sehr sogar. Kaum jemand hat das gewusst und man hat es ihm auch nie angemerkt. Er hatte seine Eitelkeit nie zur Schau gestellt. Nur zu Hause konnte man es merken. Nur dort, wo er sich am wohlsten gefühlt hat. Hätten sie nicht so lange zusammen gewohnt, da war Dirk sich sicher, hätte selbst er es nie bemerkt. Es war eine dieser Kleinigkeiten, die er so an ihm geliebt hat. Plötzlich war ihm kalt geworden.
Der Duft seines Eau de Toilette war ihm in die Nase gestiegen.
Er lag im Bett. Das Gesicht schneeweiß. Seine nassen Haare klebten ihm im Gesicht. Der rote Faden aus Blut und Speichel hing in seinem Mundwinkel. Die Augen leicht geöffnet. Nur das Weiße war zu sehen. Die Bettlaken voller Blut. Er hatte die Tür hinter sich zugeschmissen und war ins Wohnzimmer geflüchtet. Hier hatte er sich inmitten des Zimmer auf den weichen Teppich aus Wolle gesetzt.

Wahnsinn

Dirk stand im Bad. Die Tür war verschlossen.
Es war ein großes Bad. Die Badewanne viereckig. Eine Dusche. Die Toilette und zwei Waschbecken. Die Wanne mit Sprudelfunktion, den Luxus hatten sie sich gegönnt. Eifrig stiegen die Bläschen an die Wasseroberfläche. Laut zerplatzen sie. Dirk zuckte zusammen. Draußen grollte der Donner. Blitze zuckten über den dunklen Nachthimmel. Immer wieder sah er verschwommen durch das gewellte Glas, wie sie sich ihren Weg zur Erde bahnten. Er fragte sich, wo sie wohl einschlugen.
Nackt stand er vor dem Waschbecken. Der Spiegel vor ihm zeigte sein Gesicht, ein kleines Stück seiner Brust. Dann endete der Spiegel und somit auch sein Bild. Zum ersten Mal seit langem besah er sich die vielen Tattoos auf seiner Haut. Sie hatten sich nicht verändert. Sie waren wie immer. Er fing an sich am Oberarm zu kratzen. Die Bilder mussten weg. Sie zeigten nicht seinen Schmerz. Sie fügten ihm Schmerz zu. Alle wurden sie gemacht als er noch bei ihm war. Sie mussten weg.
Er sah seine Augen. Trauer sprach aus ihnen. Sie waren gerötete, lagen tief in den Höhlen. Dunkle Schatten um seine Augen betonten das leuchtende grau-blau der Iris. Er hasste seine Augen. Sie waren daran schuld, dass er sich verliebt hatte. Sie hatten ihn entdeckt. Sie hatten ihn immer wieder angesehen. Sie hatten ihn dazu gebracht seine Schönheit zu erkennen und sich zu verlieben.
Seine Gesichtszüge waren härter geworden. Er sah dünn aus. Gut sichtbar zeichneten sich seine Wangenknochen ab. Seine Nase passte sich dem männlichen Gesicht an, dass nur auch aus Verzweiflung bestehen zu schien. Er hatte sich verändert. Das konnte er nicht bestreiten.
Er schaute an sich herunter. Er hatte abgenommen. Er konnte seine Rippen erkennen, die sich dezent an seiner abzeichneten. Mit dem Finger fuhr er die Knochen nach. Erschrocken blickte er auf den roten Strich. Er hatte sich den Arm aufgekratzt. Blut klebte an seinen Fingerspitzen. Jetzt klebte es an seiner Brust, genau den Wölbungen seiner Knochen. Dirk faszinierte der Anblick. Vorsichtig fuhr er über die anderen Wölbungen. Immer wieder griff er auf die kleine, aber tiefe Wunde an seinem Arm. Nur wenige Minuten später hatte er ein rotes Abbild seiner Rippen auf der Brust. Das grelle Rot vom Blut überschattete sogar seine Tätowierungen.
Dirk starrte auf sein Spiegelbild. Er fand den Anblick bizarr. Es erinnerte ihn an den roten Fleck von Jans Hemd. Er versuchte die Schmerzen zu spüren, die auch er gehabt haben musste. Er wollte nicht, dass nur er so leiden musste. Es musste eine Qual für ihn gewesen sein. Er fuhr sich durch die struppigen Haare.
"Du bist irre", sagte er laut zu sich selbst. Seine Stimmte hörte sich eigenartig in seinen Ohren an.

 

Blinde Wut

Er hielt das schwarze T-Shirt in seinen Händen.
Sein Blick glitt langsam daran hinab, dann wieder raus. Es roch noch immer nach ihm, obwohl es frisch gewaschen war. Auf dem Bett lag ein Koffer. Er war geöffnet. Einige seiner Kleidungsstücke lagen, fein säuberlich gefaltet, darin. Sie mussten endlich raus aus dem Haus. Raus aus seinem Leben.
Er schaute in den Schrank. Der T-Shirt Stapel war verschwunden. Das Letzte hielt er in seinen Händen. Im Fach darunter lag seine Unterwäsche und die Socken. Daneben, auf einer Kleiderstange, hingen ein paar Hemden, zwei Jacken und ein paar Hosen.
Er legte das Shirt, was er noch immer in der Hand hielt, zusammen und legte es auf die Anderen im Koffer. Wieder schaute er in den Schrank. Wut kochte in ihm hoch. Wieso sollte er es so lange hinaus zögern? Niemand würde jemals wieder die Kleider tragen. Es machte keinen Sinn sie zusammenzulegen.
"Du Scheißkerl, wieso hast du mich einfach hier sitzen lassen?", brüllte er die Wäsche an.
Mit Gewalt riss er die Hosen von den Bügeln. Sie fielen zu Boden. Die Jacken schmiss er mit Wucht auf das Bett. Die Unterwäsche und die Socken lagen verteilt im Zimmer. Tränen rannen ihm über das Gesicht. Er sackte zusammen, blieb auf den Knien sitzen. Wütend und von Selbsthass zerfressen vergrub er sein Gesicht in einem Hemd. Auch das roch nach ihm.

Gedanken

Ich kann kaum glauben, dass ich jetzt schon seit einem Monat ohne dich bin.
Das Essen schmeckt mir nicht mehr. Das Schlafen fällt mir schwer. Ich habe keine Lust mehr wegzugehen. Die Musik ist keine Hilfe für mich. Fernsehen ist keine Ablenkung. Menschen meide ich, wann immer ich kann. Ich rede kaum noch. Ich sehe furchtbar aus.
Seit einem Monat schlafe ich auf der Couch. Manchmal auch in der Wanne oder auf dem Fußboden. Wenn ich denn überhaupt schlafen kann. In unser Bett kann ich nicht mehr gehen. Ich habe es probiert. Ich sehe dich darin; wie du im sterben liegst. Es bricht mir immer wieder das Herz.
Ich habe die Musik aufgegeben. Egal ob ich mich an das Schlagzeug setze, ob ich die Gitarre in die Hand nehme oder etwas Anderes probiere. Alles erinnert mich an unsere gemeinsame Zeit. Es ist frustrierend, denn nicht nur mit der Musik geht es mir so.
Ich sehe mir Dinge an. Bilder, Filme, Bücher oder Cover von irgendwelchen Musikalben. Ich gehe die Straße entlang und sehe Restaurants, Geschäfte, Cafés oder den Park, in den du so gerne gegangen bist. Ich betrete die Zimmer in unserem Haus. Das Bad. Das Wohnzimmer. Die Küche oder den Keller. Es ist egal wo ich bin - Du bist immer da!
Egal wo ich hinschaue, was ich anfasse. Du schwirrst in meinen Gedanken herum und jede Erinnerung schmerzt. Es ist grausam. Das hätte ich nicht gedacht. Ich weiß einfach nicht wie ich dich los lassen soll und ob ich das überhaupt will.
Deine Stimme, ich kann sie hören. In meinem Kopf. Manchmal unterhältst du dich sogar mit mir. Du gibst mir Antworten auf Fragen, die ich mir stelle. Ganz banale Fragen. Dir scheint das zu gefallen und manchmal gefällt es auch mir. So habe  ich wenigstens ab und zu das Gefühl, dass du noch da bist. Selbst wenn ich dich nicht sehen kann. Dich nicht riechen oder fühlen kann.
Du bist nur noch eine schemenhafte Erinnerung, die mich um den Verstand bringt. Und es kotzt mich an, dass ich nicht mal mehr in der Lage bin mir in Gedanken dein Gesicht vorzustellen. Ist das nicht traurig? Ich muss mir Bilder von dir ansehen um zu wissen welche Form deine Augen hatten. Wieso kann ich mir das nicht merken? Wir kannten und so lange. Haben uns so oft gesehen und ich kann es mir einfach nicht behalten. Vielleicht wäre es einfacher zu verkraften, dass deine Stimme mich verfolgt, wenn ich dein Bild genau vor Augen hätte.
Außerdem bin ich stinksauer. Nein, wütend. Auf mich. Auf dich.
Du hattest tatsächlich die Nerven einfach so zu gehen. Ohne ein letztes Wort. Ohne einen Blick, der nur mir galt. Ich kann das nicht glauben. Nenne mich ruhig egoistisch, aber ich dachte immer, dass wenn einer von uns Beiden geht, er dem Anderen noch ein letztes Wort oder einen letzten Blick schenkt. Ich weiß, dass du Schmerzen hattest. Ich weiß, du hast gelitten und ich kann mir denken, dass du in diesem Moment dachtest, dass alles vielleicht nur ein Traum ist. Aber wieso hast du so schnell aufgegeben?
Du hast nicht mal gekämpft. Du hast dich einfach deinem Schicksal ergeben. Dabei warst du immer so verdammter Kämpfer, nur diesmal nicht. Wieso? Du bist einfach gegangen und genau dafür hasse ich dich. Du hast mich hier alleine gelassen. Ich sehe keinen Weg mehr. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll und stehe in einer Sackgasse. Ich kann dich ja nicht mal mehr fragen, wie es dir geht. Ob es dir da, wo du jetzt auch sein magst, besser geht als vorher. Du bist ein Schwein.
...und genau für diese Gedanken bin ich sauer auf mich. Ich frage mich, wie ich dir Vorwürfe machen kann. Wie ich es wagen kann dir die Schuld an allem zu geben, wo ich doch weiß, dass du das sicher auch nicht gewollt hast. Trotzdem verfolgt mich jeden Tag die Frage: Warum?

 

Absturz

Dirk lag auf dem Bett.
Er hatte die Arme und Beine von sich gestreckt und starrte an die Decke. Das ganze Haus war erfüllt von seinem lauten Lachen. Neben ihm lagen ein paar Flasche Bier. In der Hand hielt er eine Flasche Bourbon. Sie war halb leer. Die kleine Packung Beruhigungspillen war leer. Drei Stück hatte er noch gefunden. Das zuvor noch zusammengerollte Stück Papier lag nun als kleine Kugel neben dem Frühstückbrett. Eine fast unsichtbare, schneeweiße Pulverschicht war darauf zu sehen. Er hatte sein Hemd ausgezogen und es neben das Bett fallen lassen. Sein Herz schlug unregelmäßig gegen die Brust. Er spürte, wie es versuchte angestrengt seiner Arbeit nachzukommen. Auf seinem nackten Bauch stand ein Aschenbecher. Auf dem Nachttisch lagen Zigaretten und das Feuerzeug. Das Zimmer wurde von den zwei kleinen Nachttischlampen beleuchtet, welche neben dem Bett standen.
Auf dem Kopfkissen neben ihm lag ein Bild von Jan. Verträumt lächelnd hatte er direkt in die Kamera gesehen. Seine blauen Augen ließen tief in sein Inneres blicken, dass Dirk so gut kannte. Er sah aus als wolle er einem ein Geheimnis verraten. Seine blonden Haare, waren wie er es soft getragen hatte, nach oben gegelt. Man konnte das schwarze Hemd erkennen, das er an dem Tag getragen hatte. Unter dem Bild hatte er ein T-Shirt von Jan gelegt. Es war das einzige Kleidungsstück das er behalten hatte.
Dirk setzte die Flasche an. Ein großer Schluck. Der Alkohol brannte in seiner Kehle. Er spürte den Bourbon seinen Hals hinab gleiten. Wärme breitete sich in seinem Magen aus. Sein Hals brannte noch immer. In seinem Mund der sanfte Geschmack von Vanille. An der Decke sah er die Schatten der Blätter, die an dem Baum vor dem Fenster tanzten. Der Wind ließ sie hin und her schwingen. Das ganze Bild drehte sich vor Dirks Augen.
"Siehst du? Es klappt! Ich lache", rief er der Decke trotzig zu.
Er zündete sich eine Zigarette an. Mehrere Anläufe schlugen fehl. Er traf mit der Flamme die Spitze der Zigarette nicht mehr. Es dauerte ein paar stille Minuten bis der bläuliche Rauch in die Luft stieg. Schielend betrachtete er sich die glühende Spitze und ließ das Feuerzeug auf seinen Brustkorb fallen. Nur eine Sekunde später zog er zischend die Luft zwischen den Zähnen ein. Das Feuerzeug war heiß. Es verbrannte seine Haut und hinterließ einen runden, roten Fleck. Seine Muskeln spannten sich, er zuckte leicht zusammen, ließ das Feuerzeug jedoch liegen.
"Verdammt", schnaufte er und betrachtete sich die Rötung. Der nächste Schluck aus der Flasche linderte das unangenehme Ziehen der leichten Verbrennung.
"Na, was sagst du? Ich schlage mich ganz gut, nicht wahr Jan?"
Immer wieder brach er ohne ersichtlichen Grund in schallendes Gelächter aus. Seine Gedanken glitten ab. Mal zu Jan. Dann zu seiner Familie. Er dachte daran, dass er das Haus renovieren lassen sollte. So würde auch das letzte bisschen Farbe, die Jan berührt hatte, endlich verschwinden.
Du wirst mich trotzdem nicht vergessen, ertönte Jans Stimme in seinem Kopf.
"Ach, was weißt du schon."
Du betrinkst dich um mich los zu werden. Wie lange willst du das machen?
"Bis du für immer verschwunden bist."
Du willst mich also vergessen. Wie soll das gehen, wenn du ein Bild und mein Hemd neben dich legst, nur um das Gefühl zu haben, dass ich da sei. Das ich neben dir liege. Du wirst mich nicht vergessen.
"Und ob. Ich bin schon dabei. Siehst du das nicht?", Dirk setzte ein weiteres Mal die Flasche an.
Glaubst du denn wirklich, dass du dein halbes Leben einfach auslöschen kannst? Wir kennen uns seit unserer Jugend. Wir haben unsere Leben geteilt, ob nun mit Beziehung oder ohne. Wir waren einfach immer zu zweit.
"Und wenn ich mein bisheriges Leben komplett vergessen müsste. Du wirst verschwinden. So wie du mich einfach verlassen hast, werde ich dich einfach aus meinem Leben streichen", sein Blick fiel auf das Bild neben ihm.
Ich wollte nicht gehen. Das weißt du.
"Du bist aber gegangen, also habe ich auch das Recht dich aus meinem Leben zu verbannen."
Das wirst du niemals können.
"Wieso nicht?", Dirk drückte die Zigarette aus.
Du liebst mich.
Dirk wurde schlecht. Die Schatten an der Decke drehten sich immer schneller. Jan hatte Recht. Der Aschenbecher fiel klirrend zu Boden. Die Asche verteilte sich überall. Die Packung der Tabletten knisterte als er über sie drüber stieg. Schwankend suchte er halt. Er stolperte ins Bad. Vor der Toilette fiel er auf die Knie.

Verdrängen

Das Bild war von dem Kopfkissen verschwunden. Das Hemd lag neben dem Bett.
"Von wem ist das?", hatte sie gefragt.
"Das ist unwichtig", war seine Antwort.
Er kannte sie kaum, aber sie kannte ihn. Er wusste nur, dass ihr Name Cordelia war. Sie hatte eine blonde Kurzhaarfrisur. Ihre Augen leuchteten in einem Blau, dass er noch nie gesehen hatte. Sie war attraktiv und das reichte ihm. Er hatte getrunken, schon bevor er in die Kneipe gegangen war. Schwankend war er in die stickige Bar eingefallen. Der leere Platz neben ihm an der Theke war nicht lange leer geblieben. Aus dem Nichts war sie aufgetaucht und ihm war es egal gewesen, dass sie wusste wer er war und was er einmal war. Es machte ihm nichts aus, dass sie nur ein Groupie war und eine Chance witterte.
Ein Getränk nach dem Anderen hatte er ihr spendiert. So lange bis sie kaum noch die Augen hatte offen halten können. Das Weiß hatte sich nach und nach in ein dunkles Rot verändert und zeugte davon, dass sie mehr als genug getrunken hatte. Viele Worte hatten sie nicht gewechselt. Er hatte sie nicht einmal einladen brauchen. Auch das hatte sie selbst getan und er hatte nicht verneint. Er wollte ihm zeigen, egal wo er war, dass er ohne glücklich sein konnte. Jetzt spürte er ihre schweißgebadete Haut unter sich.
"Ich kann ohne dich", keuchte er.
"Was?", stöhnte sie ihm entgegen.
"Sei ruhig!", sein Ton war schroff und der pure Ekel sprach aus ihm.
Kaum hatte er die Tür aufgeschlossen, als sie bei ihm angekommen waren, hatte die sie den mit dem Alkohol geplündert. Er ahnte, dass sie als Groupie schon des öfteren Erfolg gehabt haben musste. Während er versuchte sie zu küssen hielt sie noch immer die Flasche Whiskey in der Hand.
"Lass' das jetzt und komm' mit", waren seine eiskalten Worte gewesen und sie war ihm wortlos ins Schlafzimmer gefolgt.
Siehst du, dachte er jetzt, ich liege in unserem Bett mit einer Anderen; mit einer Frau. Ich habe dich vernichtet. Du wirst keine gestaltlose Stimme mehr in meinem Kopf sein. Du bist nur noch eine beschissene, vage Erinnerung an vergangene Zeiten, die ich schneller vergesse als du dir jemals hättest vorstellen können.
Fast brutal hatte er ihr die Kleider vom Leib gerissen und auf den Boden geschmissen. Er ahnte, dass sie sich am nächsten Morgen ein Hemd oder ein T-Shirt leihen musste. So hatte sie wenigstens ein Andenken. Er hatte die Augen geschlossen. Trotz des harten Griffes, den er ihrem Hals zumutete, schien sie es zu genießen. Seine rechte Hand drückte ihr fast die Luft ab. Sie keuchte und rang immer lauter nach Luft. Aber sie schien zu betrunken um zu merken, dass er sich zurück hielt um ihr die Luft nicht komplett zu nehmen.
Du wirst... verschwinden, dachte er und öffnete seine Augen.
Jan lächelte ihm finster entgegen. Dirk stöhnte erschrocken auf.
Du wirst mich nicht vergessen. Niemals, sagte das Bild vor seinen Augen.

Resignation

Er hatte aufgegeben. Die Wut war verschwunden. Er war nicht mehr sauer. Weder auf sich, noch auf ihn.
Seit Tagen hatte er das Haus nicht mehr verlassen. Telefonanrufe ignorierte er. Der Fernseher war die ganze Zeit über nicht gelaufen und auch das Radio hatte keinen Ton von sich gegeben. Es erschien ihm alles sinnlos und er akzeptierte, dass niemand ihn jemals ersetzen konnte.
Seit knapp zwei Stunden saß er auf dem Boden, lehnte am Fenster zum Garten und schaute hinaus. Die Terrassentür war geschlossen. Durch das Glas beobachtete er die Vögel, die in regelmäßigen Abständen immer wieder auf der Terrasse auftauchten. Sie hielten ihn mit ihrer Gleichmäßigkeit in der Realität. Immer wieder holten sie ihn zurück aus seinen Gedanken. Er hatte sonst nichts mehr und heute halfen ihm diese kleine Tiere dabei am Leben zu bleiben. Der Verlust hatte ihn gezeichnet. In seinen Händen hielt er ein Bild des Mannes der ihn in diese Trauer gestürzt hatte. Der Mann, der dafür verantwortlich war, dass er alles aufgegeben hatte. Doch selbst wenn die kleinen Tierchen vor ihm auf und ab hüpften und er sie beobachtete sah er immer Jan vor sich. Er konnte es nicht vermeiden. Die Vögel waren verschwunden, er stürzte in Gedanken.
Er sah wie er ihn an seiner Lieblingsbude zum Essen einlud, wie er lesend an seinem Schreibtisch saß. Er erinnerte sich wie er singend unter der Dusche stand und nicht bemerkte, dass er dabei die ganze Nachbarschaft unterhielt. Ihm fiel wieder ein, dass er manches Mal neben der Badezimmertür gestanden hatte und ihm ganz bewusst dabei zugehört hatte. Er sah wie sie zum ersten Mal in der Öffentlichkeit ihre Zuneigung gezeigt hatten als sie Hand in Hand durch die belebten Straßen geschlendert waren. Dabei erinnerte er sich an die verwirrten Blicke so mancher Fans und an nicht weniger Jubelschreie, weil einige sich bestätigt fühlten. Er sah und hörte wie Jan lachend auf der Couch saß. Nicht selten war sein Lachen zu hören gewesen. Er erinnerte sich daran wie er weinend zusammen gebrochen war als er erfuhr, dass seine Mutter verstorben war. Stunde um Stunde haben sie zusammen auf der Couch gesessen, er hatte den Arm um Jan gelegt und ihn einfach weinen lassen. Worte waren damals nicht nötig gewesen. Er erinnerte sich an die gemeinsame Zeit, egal ob schlechte oder gute oder alltägliche Momente und es war ihm egal, ob es sich dabei um Erinnerungen aus ihrer Freundschaft oder ihrer Beziehung handelte. Er erinnerte sich einfach. Ihm kamen die häufigen Abschiede in den Sinn, da sich Jan nie von seiner Angewohnheit lösen konnte alleine in den Urlaub zu fahren. Er hatte seine Reisen drastisch verkürzt, aber nie ganz sein lassen. Ein Zettel tauchte in seiner Erinnerung auf. Jan hatte ein  Herz darauf gezeichnet und es in grellem Rot ausgemalt. Es war nicht einmal ordentlich gemacht, nur auf die Schnelle darauf gekritzelt. Aber er hatte sich gefreut. Eine liebevolle Kleinigkeit.
"Als Erinnerung an mich", hatte er damals gesagt und war grinsend in die abgesperrte Zone am Flughafen verschwunden.
Der Gedanke an den Zettel ließ ihn schmunzeln und er besah sich die Vögel, die wieder auf dem Steinen herum hüpften. Sie pikten nach essbaren Dingen in den Rillen zwischen den Steinen. Ab und an schien ein Vogel nach ihm zu schauen. Ob er noch da war. Langsam stand er auf und erschreckte die Tiere dabei. Wie auf ein Zeichen hoben sie ab und drehten ein weiteres Mal ihre Kreise im Himmel. Dirk streckte sich. Seine Beine waren taub und seine Füße wollten nicht das machen was er von ihnen verlangte. Er rieb sich die Oberschenkel und wartete eine Weile bis das unangenehme Ziehen und Kribbeln aufgehört hatte.
Langsam zog er die Schublade aus der kleinen Kommode und besah sich die vielen Kugelschreiber, Bonbonpapierchen und Notizen, die verstreut darin lagen. Er fing an zu wühlen. Nach einer Weile hielt er das gesuchte Papierchen in der Hand. Die Seiten waren etwas ausgefranst und das weiße Papier leicht vergilbt. Nur das Rot hatte nichts von seiner Farbe verloren und glänzte als sei es erst am Tag zuvor darauf gemalt worden. All die Jahre hatte der Zettel in der Schublade gelegen und er hatte nicht an ihn gedacht. Er erinnerte sich daran, dass Jan nach dem Urlaub jedem ein Bild vom Meer gezeigt hatte, dass er unfassbar schön fand. In Dirks Kopf formte sich eine Idee.
Du hast wohl Recht, dachte er, vergessen kann ich dich wirklich nicht.

Abschied

 

Der Flug war anstrengend gewesen. War vor wenigen Monaten noch gerne geflogen hatte er diesmal versucht alles um sich herum zu vergessen. Die Leute im Flugzeug. Die Stewardess, die ihn mehrmals gefragt hatte, ob denn auch wirklich alles in Ordnung sei. Er wollte einfach nur aus aus dem Flugzeug. Raus und in sein Hotel. Ruhe finden. Er floh vor allem was schön war und begriff nur langsam, dass er alleine zurecht kommen musste. Ob er nun wollte oder nicht. Er hatte ja noch die Erinnerungen. Zum ersten Mal war er froh, dass er sie hatte.

Es war ein steiniger Weg, im wahrsten Sinne des Wortes.
Die junge Frau an der Hotelrezeption hatte erkannt wo er hin wollte und ihm den Weg erklärt. Er sei steil und nicht ganz einfach zu finden, aber die Einheimischen würden ihn nutzen um den vielen Touristen aus dem Weg zu gehen; außerdem sei die Aussicht unglaublich schön. Er hatte sich den Weg auf einer Karte einzeichnen lassen, dann war er dankend verschwunden und hatte sich auf die Suche gemacht.
Es war ihm nicht leicht gefallen das Haus für mehr als nur zum einkaufen zu verlassen, aber er wusste, dass er gehen musste. Wochenlang hatte er sich in seine kleine Welt verzogen und sich absurden Momenten ausgesetzt. Tage hatte er damit verbracht in Gedanken und Erinnerungen zu leben. Er musste etwas tun und er hoffte, dass er den richtigen Schritt gemacht hatte.

Keuchend hatte er das letzte Stück hinter sich gebracht. Dann stand er ganz oben. Er konnte die salzige Luft schmecken. Sie erfüllte seinen Körper. Mit kleinen Schritten ging er auf die Klippe zu und wusste, dass er richtig war. Vor ihm lag das blaue Meer. Die Wellen brachen sich an der steilen Mauer aus Sand, Stein und Gras. Er hatte die Bucht tatsächlich so auf dem Bild gesehen. Das hatte Jan so sehr geliebt und hier wollte er nochmal mit ihm zusammen hin. Er lächelte nicht trotz des wunderschönen Ausblicks. Er fühlte sich nicht gut. Er stand alleine hier und wieder spürte er die Einsamkeit in sich. Aber zum ersten Mal seit langem quälte ihn das Gefühl nicht mehr. Es machte ihn stutzig. Er wollte nicht glauben, dass die Trauer, die Schmerzen und die lähmende Angst vor dem alleine sein hier und jetzt ein Ende finden sollten. Trotzdem war er sich sicher, dass er die schlimmste Zeit seines Lebens hinter sich hatte. Und mit einem Mal kam ihm alles so banal vor.


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